Kaldbakur

Der höchste Gipfel in den Alpen der Westfjorde!

Der Kaldbakur erreicht 998 m ü. M. Foto von Ágúst Guðmundsson.

Die Namen vieler isländischer Berge sind frostiger Natur und erinnern an Trolle: Hreggnasi (Frostnase), Hornklofi (spitzer Gipfel der den Wind zerteilt), Þursaborg (Die Halle der Riesen), Ýmir (eine Person der nordischen Mythologie, die getötet wurde, um aus seinem Körper verschiedene Erdteile zu erschaffen) und Kaldbakur (Kaltrücken).

Der Kaldbakur ist ein besonders hübscher und hoher Berg. Der höchste Teil der Bergkette, zu der er gehört, wird oft «Die Alpen der Westfjorde» genannt und erstreckt sich zwischen den Fjorden Dýrafjörður und Arnarfjörður. Für isländische Verhältnisse ist er sehr alt und von den eiszeitlichen grossen und kleinen Gletschern stark abgetragen. Heutzutage gibt es dort keine Gletscher mehr, aber trotzdem ist der Kaldbakur weiss und frostig genug, um seinem Namen Ehre zu machen. Der Kaldbakur ist der höchste Berg der Westfjorde.

Am häufigsten wird der Kaldbakur vom Tal Fossdalur im Fjord Arnarfjörður aus bestiegen. Zweifellos sind jedes Jahr nur einige Wenige dort oben, denn der Berg liegt abseits der viel befahrenen Strassen. Man fährt am Bauernhof Hranfseyri vorbei Richtung Meer und am Vorgebirge Álftamýrarmúla england. Dort beginnt rechter Hand das Tal Fossdalur, mit dem gleichnamigen Fluss Fossá. Diesen muss man durchqueren und dann beginnt die Wanderung am linken Flussufer, Richtung Landesinnern. Dem Flusslauf kann man bequem folgen und muss nur ein paar sumpfige Abschnitte in Kauf nehmen. Linker Hand sind die Flanken des Berges Stapadalsnúpur (521m) und auf der anderen Talseite die Berge Blesafjall mit der Seljahyrnu (802 m).

Je weiter man in das Tal hinein geht, desto steiler wird es und der Kaldbakur überragt die Landschaft, nachdem man am Gipfel Stapadalsnúpur vorbeigelaufen ist. Der Kaldbakur hat die Form einer dreiseitigen Pyramide, wobei keine der Seiten extrem steil ist. Der Weg führt in einem leichten Bogen Richtung Osten und dann liegt der Pass Kvennaskarð vor einem. Der Südwestrücken des Berges zieht sich vom Pass aus in direkter Linie zum Gipfel. In 400-450 m Höhe macht man eine scharfe Biegung nach Nordwesten und beginnt mit dem letzten Anstieg. Im Frühsommer liegen dort noch verharschte Schneewehen und deswegen sollte man immer Steigeisen und einen Eispickel mit sich führen. Der letzte Rücken ist lang aber gut begehbar und nirgendwo wird es für den Wanderer richtig ungemütlich.

Vom Berg aus kann man die gesamten Westfjorde überblicken, wobei es Spass macht, eine Landkarte zu benutzen, um die Umgebung zu analysieren. Auch der grosse Fjord Arnarfjörður ist von dieser Warte aus beeindruckend. Im Hochland zwischen den Fjorden Arnarfjörður und Dýrafjörður gibt es mindestens 20-30 Gipfel und hohe Bergspitzen, und genauso viele Täler, die sie durchschneiden. Dies ist ein Paradies für Outdoor-Begeisterte.

Zum Abschluss ist noch hinzuzufügen, dass es südlich des Flusses im Fossdal schon lange eine Auto-Piste gibt. Dort kann man vom Talschluss aus zum Kirkjubols-Tal im Dýrafjörður hinüberfahren. Den Kaldbakur von dort aus zu besteigen, ausgehend vom Gehöft Kirkjuból ausserhalb des Dorfes Þingeyri, ist mindestens genauso spannend wie der Weg, der hier beschrieben wurde.