Kristínartindar

Kristínartindar bedeutet die «Gipfel der Kristín»

Der Kristínartindar erreicht 1'126 m ü. M. Foto von Marco Battini.

Die Gipfel Kristínartindar auf der Hochebene Skaftafellsheiði sind ganz offensichtlich eine Versuchung für alle Bergsteiger. Von der Strasse nach Skaftafell aus sind sie deutlich sichtbar und fallen einem von den meisten Wanderwegen im Nationalpark aus ins Auge. Es ist nicht bekannt, wer diese Kristín war, nach der dieser schöne Berg benannt ist. Wie der Name andeutet, ist der Berg nicht «einstöckig»; es gibt zwei Gipfel, wobei der niedrigere 979 m und der deutlich höhere 1’126 m misst, und ein markanter Steinpfeiler ragt aus seiner Flanke empor. Könnte dort vielleicht Kristín selbst erschienen sein? In den Berg hinein schneidet sich eine schüsselförmige Talsenke namens Gemludalur.

Die Kristínartindar sind Teil einer vulkanischen Formation, die einen Zentralvulkan und kleinere Vulkane umfasst, die sich dort befanden, wo sich heute unter anderem das Tal Morsárdalur und Kjós befinden. Der Hauptvulkan war im späten Tertiär und in der frühen Eiszeit aktiv. In seinen Gesteinsschichten wechseln sich Tuffgestein, Sedimentschichten und Basaltschichten ab. Von den Kristínartindar aus gibt es einen scharfkantigen und trollhaften Grat, dessen höchster Punkt der Skarðatindur (1’385 m) ist. Nördlich von ihm liegen die Weiten des Vatnajökulls. Gletscherzungen, ähnlich dem Morsárjökull und Skaftafellsjökull, nur dicker, haben über lange Zeit den Gebirgszug geformt.

Es gibt mehr als einen Zugang zu den Kristínartindar, aber wahrscheinlich kommen die meisten Besucher über den östlichsten Weg, das heisst über die Abhänge Austurbrekka, beim Sjónarnípa, den Flár hinauf und in das Tal Gemludalur. Die Aussicht über den Skafatafell, die man während des Aufstiegs hat, ist grossartig. Die Wege sind offensichtlich und gut markiert und wenn man beginnt die Geröllabhänge aus dem Gemludalur emporzusteigen gibt es keinen Zweifel wo der Weg liegt. Dieser führt steil auf den obersten Felsabsatz des höheren Kristínartinds und über riesenhaftes Geröll und steile Treppenabschnitte bis auf die höchste Spitze.

Wenn man bedenkt, dass die gleiche Aussicht über die Regionen des Nationalparks von anderen Bergen aus oft viel mehr Kraft und einen anspruchsvolleren Aufstieg kostet, kann man wohl sagen, dass niemand die Anstrengung des Besteigens der Kristínartindar bereut. Am eindrucksvollsten ist die Aussicht über die Gipfel Skarðatindur, Miðfellstindur, Þumal, den Gletscher Morsárjökul und die Gebirgskette östlich des Gletschers Skeiðarárjökul. Der Gletscher Öræfajökull ist von oben aus überaus majestätisch anzusehen. Man kann damit rechnen, dass die gemächliche Besteigung der Kristínartindar wohl einen vollen Tag in Anspruch nimmt.